Griechenland kann den Kampf gegen die Schulden nicht gewinnen
Griechenland hat die erste Zahlung in Höhe von 14,5 Milliarden aus dem Hilfspaket der EU erhalten. Wie gewonnen so zerronnen, muss das Geld gleich in eine fällige Staatsanleihe in Höhe von 8,5 Milliarden Euro fließen.
Was bleibt, ist der im Verhältnis zum BIP (115 Prozent Ende 2009), gigantische Schuldenberg von 300 Milliarden Euro. Griechenland führt einen aussichtslosen Kampf auf Leben und Tod. Die viel kritisierte Wortmeldung des Bundesbankchefs Ackermann, »Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln«. zeigt die realistische Einschätzung der Lage. Und während die Politik wie immer alles schön redet, verliert der Euro fast täglich weiter an Wert. Auch kam diese Krise der Pleiteländer ja nicht aus heiterem Himmel, alle wussten um das Problem seit Jahren und alle haben weg geschaut. Genau wie jetzt alle Politiker wegschauen, wenn es um das deutsche Rentensystem und dessen schwindenden Beitragszahlern geht. Keiner der Damen und Herren möchte sich die Finger verbrennen. Was zählt ist ein Wahlsieg und sonst nichts.
Der emeritierte Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann zu 20 Minuten Online: »Griechenland wird es nicht schaffen« Der Wirtschaftsprofessor glaubt nicht an eine Rettung der Helenen. Schulden mit Schulden zu begleichen, wird auf Dauer nicht funktionieren, auch wenn Griechenland ein Sparprogramm aufgelegt hat. Die Probleme durch dieses Sparprogramm könnten sich sogar noch verschlimmern, denn schließlich zieht man wichtige Kaufkraft ab, was die Arbeitslosenzahlen weiter in die Höhe treiben könnte. Somit würde sich der Spareffekt in »Nicht´s« auflösen.
Auch der Wirtschaftshistoriker Thomas Straumann von der Uni Zürich glaubt nicht so recht an eine Rettung der Helenen: »Mittelfristig sind die Überlebenschancen gering. Das Problem ist, dass Griechenland wegen des Euro keine eigene Währung abwerten und damit seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann«. Und auch das Sparen der Griechen kann langfristig nicht zu dem erhofften Erfolg führen, denn wie bereits erwähnt, bedeutet Sparen auch ein Kaufkraftverlust, was die Krise eher verschärfen könnte. Der Wirtschaftshistoriker Straumann weiter, Es habe bisher nie ein Schwellenland gegeben, dass in einer solchen Situation ohne Schuldenreduktion über die Runden kam.
Auch der Ausstieg Griechenland´s aus der Eurozone ist fast unmöglich, denn Griechenland müsste die neuen Schulden in Euro, mit der Drachme abzahlen, was unmöglich erscheint. Straumann dazu: »Theoretisch wäre ein Ausstieg aus dem Euro die beste Lösung, nur sei sie nicht praktikabel. Möglicherweise wird der Gang der Ereignisse einen Austritt der Griechen erzwingen. Nicht morgen oder übermorgen, aber vielleicht nächstes Jahr«. Somit könnte der wirkliche Höhepunkt der griechischen Krise erst noch bevorstehen.
Und Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann dazu: »Eine Rückkehr zur Drachme wäre Selbstmord«. Das aufgeheizte griechischeVolk würde sofort bei bekannt werden, die Banken stürmen und das System kollabieren lassen. Eine wirkliche Lösung scheint nicht in Sicht, was bleibt ist eine ewige Abhängigkeit Griechenlands von der EU. Das Endspiel um den Euro hat begonnen…















